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Fit to fly: flugtauglich oder nicht?

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Fit to fly: flugtauglich oder nicht?

+++ Wichtig: Wir können kein Fit-to-fly-Zertifikat für einen Linienflug ausstellen. Wenden Sie sich also bitte an Ihre Hausarztpraxis, wenn Sie ein solches Zertifikat benötigen. +++

Das Reisen in einem Flugzeug hat durchaus Auswirkungen auf den Körper. Gesunde Passagiere spüren dies zum Beispiel durch ein harmloses Knacken in den Ohren bei Start und Landung. Gegen Ende einer Schwangerschaft sowie bei einigen schweren Verletzungen oder Erkrankungen kann das Fliegen dagegen auch schwerere Komplikationen auslösen. Um derartige Probleme auszuschließen, muss in manchen Fällen im Vorfeld geklärt werden, ob der Fluggast fit to fly (manchmal auch: fit to travel) ist.

Arzt macht sich Notizen

Was bedeutet „fit to fly”?

Gilt ein Reisender als „fit to fly“, so kann er den Flug antreten, ohne dass aus ärztlicher Sicht Komplikationen zu erwarten sind. Bestehende Erkrankungen oder Verletzungen würden sich durch den Flug voraussichtlich nicht verschlimmern und eine Gefahr für die Mitreisenden – etwa durch schwere ansteckende Krankheiten oder psychische Probleme, die in Gewalttätigkeit umschlagen können – besteht nicht. Im Falle einer Schwangerschaft droht kein Risiko für die werdende Mutter oder ihr ungeborenes Kind.

Vor einer Auslandsrückholung im Ambulanz- oder Linienflugzeug muss die Frage nach der Flugtauglichkeit unbedingt geklärt werden. Bei bestimmten Krankheitsbildern wie zum Beispiel Pneumothorax oder Lungenentzündung können die im Vergleich zum Boden unterschiedlichen Druckverhältnisse im Inneren des Linienflugzeugs für Komplikationen sorgen. Und trotz umfangreicher intensivmedizinischer Möglichkeiten kann auch im Ambulanzflugzeug nicht jeder Patient sicher transportiert werden. Deshalb prüft unser medizinischer Dienst im Vorfeld jedes Flugs die medizinische Situation unserer Patienten genau.

Wer entscheidet über die Flugtauglichkeit eines Patienten?

Natürlich kann nur ein Experte entscheiden, ob ein Patient fit to fly ist. Bei einem Linienflug hat die Fluggesellschaft das letzte Wort: Der behandelnde Arzt muss ein Fit-to-fly-Formular ausfüllen, welches dann vom medizinischen Dienst der Airline überprüft wird. Anhand der Aktenlage entscheiden die Medizinier dann, ob der Patient mitfliegen darf. Der Entscheidungsprozess dauert erfahrungsgemäß mindestens 1 bis 2 Tage.

Doch auch wenn das fit to fly vorliegt, hat der Pilot des Linienflugzeugs die Möglichkeit, noch am Flugtag die Mitnahme des Patienten zu verweigern. Dieser Fall tritt vor allem ein, wenn es dem Erkrankten augenscheinlich schlechter geht als auf dem Fit-to-fly-Formular angegeben. Am Ende trägt der Pilot die Verantwortung für das Wohlergehen aller Fluggäste – einschließlich des Patienten – und muss im Zweifelsfall die Beförderung des Patienten ablehnen.

Findet die Auslandsrückholung in einem Ambulanzflugzeug statt, entscheidet der begleitende Flugarzt über die Flugtauglichkeit. Hierfür stimmt er sich mit den behandelnden Ärzten im Vorfeld eng über die medizinische Situation ab. Im Vergleich zu einem Linienflug ist dieser Prozess wesentlich flexibler: In eindeutigen Situationen genügt oft ein kurzes Gespräch von Arzt zu Arzt und das Ausfüllen komplexer Formulare ist überflüssig.

Sollten der Flugarzt und der behandelnde Arzt unterschiedlicher Meinung sein, trifft der Flugarzt die finale Entscheidung darüber, ob der Patient fit to fly ist. Als Flugmediziner kann er die Möglichkeiten eines Ambulanzflugzeugs besser einschätzen. Zudem trägt er während des Flugs die Verantwortung für die Gesundheit seines Patienten.

Wann ist ein Patient fit to fly?

Patient auf dem Weg ins Linienflugzeug

Natürlich muss immer individuell entschieden werden, ob ein Patient fit to fly ist. Doch angesichts der Situation an Bord lassen sich gewisse allgemeine Aussagen ableiten.

Fit to fly im Linienflugzeug

Soll der Patient an Bord eines Linienflugzeugs transportiert werden, darf keine intensivmedizinische Akutsituation vorliegen. Zwar kann dem Patienten ein medizinischer Flugbegleiter zur Seite gestellt werden, doch dieser führt nur eine Notfallausrüstung mit sich und ist dadurch in seinen Möglichkeiten eingeschränkt.

Keinesfalls darf die Gefahr bestehen, dass der Patient andere Reisende gefährdet oder sie mit einer schweren Krankheit ansteckt. Außerdem darf der verminderte Luftdruck innerhalb der Kabine nicht zu Komplikationen führen.

Darüber haben die Linienfluggesellschaften sehr strenge Vorschriften bezüglich der Mitnahme von medizinischem Sauerstoff. Wer also aufgrund einer Lungenerkrankung mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden muss, sollte er im Vorfeld weitere Informationen zu den Richtlinien der Airline einholen. Möglicherweise wird er ohne seinen Sauerstoff als nicht flugtauglich eingestuft.

Wenn ein Patient als fit to fly für einen Linienflug gilt und für eine längere Zeit sitzen kann, ist ein Transport auf einem regulären Sitzplatz in der Business Class möglich. Muss der Patient dagegen liegen, wird eine Patientenliege in die Kabine eingebaut. Hier kann sich als zusätzliche Komplikation ergeben, dass die Fluggesellschaft den Einbau einer Liege aus Zeitgründen ablehnt.

Fit to fly im Ambulanzflugzeug

Ambulanzflugzeug

Die medizinischen Möglichkeiten in einem Ambulanzflugzeug sind wesentlich besser als in einer Linienmaschine. Daher können auch intensivmedizinische Patienten in den meisten Fällen sicher im Ambulanzflugzeug verlegt und dort mit modernsten medizinischen Mitteln versorgt werden.

Bei Bedarf kann der Kabinendruck annähernd auf Bodenniveau gehalten werden – ein so genannter Sea Level Flug – so dass sich keine Auswirkungen auf den Patienten durch Druckveränderungen ergeben. Da der Patient nur zusammen mit dem medizinischen Team und eventuellen Begleitpersonen geflogen wird, gibt es keine unbeteiligten Mitreisenden, die durch den Patiententransport gefährdet werden könnten.

Manchmal ist der Zustand des Patienten jedoch so kritisch, dass auch die Möglichkeiten eines Ambulanzflugzeugs nicht ausreichen, um eine Flugtauglichkeit bescheinigen zu können. In diesem Fall muss eine Risikoabwägung erfolgen: Ist die medizinische Situation am Aufenthaltsort so problematisch, dass eine Auslandsrückholung trotzdem die bessere Option ist? Oder verbleibt der Patient besser in der Klinik vor Ort, bis sein Zustand sich stabilisiert hat?

Zurück nach Hause mit der Deutschen-Auslandsrückholung

Wir organisieren medizinisch begleitete Auslandsrückholungen aus aller Welt. Dabei können wir häufig schon im Rahmen des ersten Beratungsgesprächs die Wahrscheinlichkeit abschätzen, ob ein Patient von den verantwortlichen Stellen als fit to fly eingestuft wird. Sollte die Verlegungsfähigkeit gegeben sein, nehmen wir Ihnen gerne den kompletten Organisationsaufwand ab und sorgen für eine sichere Auslandsrückholung aus einer Hand. Unser 24h-Service ist jederzeit für Sie da.

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