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Fliegen mit Lungenfibrose: Ihre Möglichkeiten

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Fliegen mit Lungenfibrose: Ihre Möglichkeiten

Verhärtungen und Vernarbungen des Lungengewebes – auch bekannt als Lungenfibrose – beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit der Lunge. Atemnot und Husten zählen zu den häufigsten Symptomen, insgesamt lässt die körperliche Belastbarkeit nach. Da die Luft in der Passagierkabine eines Linienflugzeugs dünner ist, können sich die Probleme während einer Flugreise noch verstärken: Während gesunde Fluggäste mit dem niedrigeren Luftdruck und dem geringeren Sauerstoffgehalt der Luft umgehen können, wird eine ohnehin durch Fibrose geschwächte Lunge noch einmal stark belastet. Deshalb ist es nicht ratsam, bei vorliegender Lungenfibrose ohne spezielle Vorkehrungen einen Flug anzutreten. Wir erläutern Ihnen Ihre Optionen.

Röntgenbild Lungenfibrose

Mit Lungenfibrose ins Linienflugzeug?

Bei schweren Verläufen benötigen Lungenfibrose-Patienten schon am Boden zusätzlichen Sauerstoff und können auch während des Flugs nicht darauf verzichten. Einige andere Patienten kommen außerhalb des Flugzeugs auch so zurecht, müssen aber wegen der dünneren Luft an Bord zumindest für die Dauer des Flugs zusätzlichen Sauerstoff mit sich führen. Doch hier entsteht das wichtigste Problem, das sich bei einem Linienflug mit Lungenfibrose stellt: Flaschen mit Flüssigsauerstoff gelten als Gefahrgut und dürfen deshalb nicht mit in ein Linienflugzeug genommen werden.

Über diese allgemeine Vorschrift hinaus gelten je nach Airline unterschiedliche Regeln für Alternativen zu Flüssigsauerstoff. Manche Fluggesellschaften lassen Druckflaschen mit reinem Sauerstoff oder einen Sauerstoffkonzentrator zu, andere meiden dieses komplexe Thema und verbieten jegliche Mitnahme von Sauerstoff in der Passagierkabine, so dass ein Linienflug mit Lungenfibrose für viele Patienten unmöglich wird.

Die Flugtauglichkeit

Schon im Vorfeld des Fluges ist in jedem Fall ein gewisses Maß an Bürokratie notwendig. Bei schweren gesundheitlichen Einschränkungen beurteilt die Airline anhand der Aktenlage die Flugtauglichkeit des Patienten. Hierfür muss der Fluggast medizinische Unterlagen zur Überprüfung einreichen – am besten schon Wochen vor dem eigentlichen Flug. Dann entscheidet die Airline über das „fit to fly“.

Allerdings ist auch ein positiver Bescheid keine Garantie: Sollte der Flugkapitän am Tag der Reise der Ansicht sein, eine Mitnahme des Patienten sei aus gesundheitlicher Sicht nicht zu verantworten, kann er die Beförderung verweigern. Dies geschieht vor allem, wenn sich der Patientenzustand schlechter darstellt als aus den eingereichten Unterlagen hervorgeht.

Medizinische Flugbegleitung

Wenn ein Patient während seines Linienflugs medizinisch begleitet werden muss, bieten wir Ihnen diesen Service gerne an. In diesem Fall dient ein Rettungssanitäter oder ein Arzt als so genannter Medical Escort. Er reist an der Seite seines Patienten und führt eine medizinische Notfallausrüstung mit sich. So kann er bei Bedarf jederzeit eingreifen.

Gerade bei Patienten mit Lungenfibrose ist es empfehlenswert, dass Patient und medizinischer Flugbegleiter in der Business Class reisen. Hier herrscht die notwendige Bewegungsfreiheit, falls ein Eingreifen tatsächlich erforderlich ist. Außerdem ist die Sitzposition variabler und die Lehne kann in genau die Position gebracht werden, in der das Atmen am leichtesten fällt.

Immer eine Option: das Ambulanzflugzeug

Ein Ambulanzflugzeug ist für Patienten mit Lungenfibrose immer eine Alternative. Besonders häufig kommt es in folgenden Fällen zum Einsatz:

  • wenn zusätzlich zur Lungenfibrose eine akute Erkrankung vorliegt, so dass ein Krankentransport auf dem Luftweg notwendig ist
  • wenn die Linienfluggesellschaft die Mitnahme des Patienten abgelehnt hat
  • wenn der Flug so kurzfristig erfolgen muss, dass keine Zeit für die Bürokratie der Linienfluggesellschaft bleibt

Gegenüber einem Linienflug bietet das Ambulanzflugzeug den Vorteil, dass an Bord stets genügend medizinischer Sauerstoff vorhanden ist, um die Atmung des Patienten zu unterstützen. Darüber hinaus wird der Flug von einem Arzt begleitet, welcher die Sauerstoffsättigung und die anderen Vitalparameter seines Schützlings überwacht und bei jeglichen Komplikationen sofort eingreifen kann.

Die Ausrüstung eines Ambulanzflugzeugs entspricht der Ausstattung einer modernen Intensivstation, so dass selbst schwer kranke Patienten jederzeit bestens versorgt werden können. Außerdem können Ambulanzflugzeuge auch Kleinflughäfen nutzen und dadurch deutlich näher am Ziel des erkrankten Fluggasts landen.

In Zeiten der Coronavirus-Pandemie ebenfalls äußerst relevant: Der Patient teilt sich das Flugzeug nur mit dem medizinischen Team und einer eventuellen Begleitperson. Es gibt keine weiteren Mitreisenden und der Check-In erfolgt nicht über das belebte Linienflugterminal. Dadurch ist das Ansteckungsrisiko minimiert – gerade für Patienten mit Lungenfibrose, die aufgrund ihrer Erkrankung ohnehin zur Risikogruppe zählen, ein wichtiges Argument.

Patientenschonende Druckanpassung

In besonders schweren Fällen hält das Ambulanzflugzeug noch eine weitere Möglichkeit bereit: den Sea-Level-Flug. Hier erfolgt eine patientenschonende Druckanpassung, so dass die Verhältnisse in der Kabine denen am Boden ähnlicher sind. Der Luftdruck ist höher und die Luft dadurch sauerstoffreicher. So fällt Patienten mit Lungenfibrose das Atmen leichter und es wird weniger zusätzlicher Sauerstoff benötigt.

Wie teuer ist ein Ambulanzflug?

Die Kosten eines Ambulanzflugs setzen sich aus verschiedenen individuellen Faktoren zusammen und sind dadurch stets fallabhängig. Eine besondere Rolle spielen dabei die Flugstrecke und der Gesundheitszustand des Patienten. Aber auch die gewünschte Anzahl der Begleitpersonen, der gewählte Flugzeugtyp und die Dringlichkeit der Anfrage beeinflussen den Preis. Wir besprechen mit Ihnen gerne Ihren Fall und kalkulieren unverbindlich die Kosten für Ihren Ambulanzflug.

Jetzt Kontakt aufnehmen

Wenn Sie einen Ambulanzflug oder einen medizinisch begleiteten Linienflug benötigen, nehmen Sie jederzeit Kontakt zu unserem 24h-Service auf. Sie erreichen uns:

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