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Krank fliegen?

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Krank fliegen?

Die Vorfreude auf einen bevorstehenden Urlaub ist immer groß. Da kommt eine plötzliche Erkrankung sehr ungelegen. Eine sehr kurzfristige Stornierung ist in der Regel mit hohen Kosten verbunden, sodass viele Urlauber trotz Krankheit die Flugreise antreten und eine mögliche Verschlechterung der Symptome in Kauf nehmen.

Doch einige Erkrankungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden: Durch den veränderten Luftdruck in der Kabine eines Passagierflugzeugs können sich einige oftmals harmlose Krankheiten drastisch verschlechtern oder mitunter sogar sehr gefährlich werden. Bei welchen Krankheiten sollte auf einen Linienflug verzichtet werden?

Grundsätzliches zu Linienflügen mit Krankheit

Für die Dauer eines Linienflugs übernehmen der Pilot und seine Besatzung die Verantwortung für das Wohlergehen aller Fluggäste. Das schließt auch den Schutz vor schweren ansteckenden Krankheiten bzw. den Schutz eines Erkrankten vor den negativen Folgen eines Linienflugs ein. Aus diesem Grund hat die Crew das Recht, einem Fluggast bei augenfälliger Krankheit die Mitnahme zu verweigern. In diesem Fall verfällt das Flugticket, man bleibt also zusätzlich zur gescheiterten Reise auch noch auf den Kosten sitzen.

Die Coronavirus-Pandemie hat das Personal der Airline noch einmal stärker für diese Problematik sensibilisiert. Teilweise wird z.B. bei jedem Patienten vor dem Flug Fieber gemessen und die Flugbegleiter achten verstärkt auf sichtbare Krankheitssymptome, um die übrigen Fluggäste vor einer Ansteckung zu schützen. Gerade bei Erkrankungen, die im Vorfeld bekannt sind und nicht erst spontan am Flugtag auftreten, sollten Sie daher schon im Vorfeld den Kontakt zur Airline suchen und die Situation umfassend abklären.

Fliegen trotz akuter Erkältung oder Grippe?

Krank im FLugzeug

Eine Erkältung wird durch Viren verursacht und ist häufig mit Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und Gliederschmerzen verbunden. Normalerweise verläuft eine Erkältung harmlos und vergeht innerhalb weniger Tage. Wird eine Erkältung oder eine Grippe jedoch nicht richtig auskuriert, kann es schnell zu einer gefährlichen Lungenentzündung kommen.

In der Regel kann eine Flugreise auch mit einer Erkältung angetreten werden. Allerdings sollte vor dem Flug ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden, der den Druckausgleich in den Ohren überprüft. Ist ein intakter Druckausgleich nicht gegeben, kann es zu starken Ohren- und Kopfschmerzen kommen.

Geht die Erkältung mit Fieber einher, kann ein Flug allerdings problematisch werden.

Fliegen mit Fieber?

Mann mit Fieberthermometer

Fieber ist meistens ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung, die nicht selten ansteckend ist. Um die Mitreisenden nicht zu gefährden, achten die Fluggesellschaften darauf, nur gesunde Passagiere an Bord zu lassen. Durch die geringere Luftfeuchtigkeit an Bord trocknen die Schleimhäute schneller aus. Dies erhöht die Anfälligkeit für Infekte, sodass sich die Mitreisenden sehr schnell anstecken können.

Fieber kann während des Flugs jedoch auch für den Betroffenen gefährlich werden: Eine Fiebererkrankung ist häufig mit vermehrtem Schwitzen verbunden, was bei starker Belastung und geringer Flüssigkeitszufuhr schnell zu Schwächeanfällen und Kreislaufproblemen führen kann. Deshalb sollten Fieberpatienten warten bis das Fieber gesunken ist und den Flug, wenn möglich, auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. 

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Fliegen mit Fieber

Fliegen mit Mittelohrentzündung?

Fliegen mit Mittelohrentzündung?

Wurde vom Arzt eine Mittelohrentzündung, eine sogenannte Otitis, diagnostiziert, sollte der Antritt der Flugreise überdacht werden: Die durch eine Mittelohrentzündung verursachten Ohrenschmerzen werden während des Flugs durch die Veränderung des Luftdrucks in der Kabine meist deutlich schlimmer.

Besonders beim Starten und beim Landen kann es zu einer Verschlechterung der Symptome kommen, da beim Steigen des Flugzeugs ein Überdruck und beim Sinken ein Unterdruck im Mittelohr herrscht. Ist das Mittelohr bereits entzündet, wird der natürliche Druckausgleich erschwert, da bei einer Mittelohrentzündung die Ohrtrompete anschwillt. Bei einem unzureichenden Druckausgleich kann es zu einem Trauma des Mittelohrs oder ein Riss des Trommelfells die Folge sein.

Fliegen mit Magen-Darm-Erkrankung?

Magen-Darm-Erkrankung

Wird die Magen-Darm-Grippe durch ansteckende Viren, wie etwa Noroviren verursacht, wird von einem Passagierflug abgeraten. Schließlich sollen die Mitreisenden nicht gefährdet werden. Doch auch wenn keine ansteckenden Viren nachgewiesen wurden, ist eine Flugreise nicht empfehlenswert: Bei einem Magen-Darm-Infekt sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Durch die sehr trockene Luft in der Flugzeugkabine erhöht sich der Flüssigkeitsverlust automatisch, was in Kombination mit der Erkrankung im Ernstfall zu einer Dehydrierung führen kann. 

Fliegen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie beispielsweise einer Herzinsuffizienz, Klappenfehlern oder Herz-Rhythmus-Störungen sollte vor längeren Flugreisen mit dem behandelnden Arzt gesprochen werden. Mithilfe eines Belastungs-EKGs kann der Arzt die elektrischen Herzströme und somit den Schweregrad der Erkrankung überprüfen.

Wenn sich die Beschwerden auch unter Belastung nicht verschlechtern, spricht in der Regel nichts gegen einen Flug. Bei akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte jedoch auf einen Linienflug verzichtet werden. Bei einer akuten Herzschwäche kann es zu Wassereinlagerungen und Atemnot kommen. Diese Beschwerden können sich durch den veränderten Luftdruck während des Flugs gravierend verschlechtern und im schlimmsten Fall eine Thrombose auslösen

Fliegen mit Lungenerkrankungen?

Röntgenbild der Lunge

Auch bei einer bestehenden Lungenerkrankung wie COPD, Lungenfibrose oder Pneumothorax sollte vor Reiseantritt Absprache mit dem Arzt gehalten werden. Fliegen bei bestehenden chronischen Lungenerkrankungen verursacht eine starke Belastung des Herzens, was zu einem erhöhten Sauerstoffbedarf führt.

Mit zunehmender Höhe des Flugzeugs nimmt die Sauerstoffsättigung in der Flugzeugkabine ab. Um den damit verbundenen reduzierten Sauerstoffgehalt des Blutes auszugleichen, steigert sich die Atemfrequenz bei den Flugpassagieren. Für gesunde Flugreisende stellt dies kein Problem dar, für Lungenkranke kann eine schnellere Atmung unter Umständen gefährlich werden, da diese die bereits geschwächte Lunge zusätzlich belastet.

Für Patienten mit Lungenerkrankungen sollte vor dem Flug sichergestellt werden, dass sich für den Notfall ein Sauerstoffgerät im Flugzeug befindet, dies ist nicht immer der Fall. Die Regelungen der Fluggesellschaften weichen stark voneinander ab, weshalb es sinnvoll ist, sich schon vor der Buchung über die Möglichkeiten einer Sauerstoffversorgung an Bord zu informieren.

Trotz Krankheit sicher mit dem Ambulanzflugzeug fliegen

Bombardier Larjet 55

Wenn Sie an einer der oben genannten Erkrankungen leiden und ein Linienflug dementsprechend nicht infrage kommt, stellt sich schnell die Frage, wie Sie die geplante Reise trotzdem antreten können. Bei leichten Erkrankungen kommt womöglich ein anderes Transportmittel infrage, um dem Problem des erhöhten Luftdrucks aus dem Weg zu gehen. Leiden Sie jedoch an einer ansteckenden Erkrankung, stellen öffentliche Verkehrsmittel keine Option dar. Bei schweren und infektiösen Erkrankungen stellt ein Flug mittels Ambulanzflugzeug eine gute Möglichkeit dar, um Sie sicher und schonend ans Ziel zu bringen. 

Während des Ambulanzflugs ist ein medizinisches Team inklusive speziell geschultem Flugarzt stets an der Seite des Patienten, welches den Erkrankten mithilfe der modernen medizinischen Ausstattung bestmöglich versorgen kann. In einem Ambulanzflugzeug müssen Sie sich keine Gedanken um eine mögliche Ansteckung machen: Das medizinische Personal wird bei dem Flug eines infektiösen Patienten mit Schutzkleidung ausgestattet. 

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Viele nützliche Informationen zu unseren medizinischen Krankenrücktransporten haben wir in unseren FAQ für Sie gesammelt.

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